Ratgeber
Was kostet ein Sicherheitsdienst? Stundensätze 2026
Stundensätze, Zuschläge, Monatspauschalen: Dieser Ratgeber nennt die marktüblichen Preise für Sicherheitsdienstleistungen 2026 — mit Rechenbeispielen und konkreten Sparpotenzialen.
Aktualisiert am · Hauschildt & Blunck Redaktion
Ein Sicherheitsdienst kostet 2026 für geprüfte Sicherheitskräfte mit Sachkundenachweis etwa 28 bis 42 Euro netto pro Stunde; spezialisierte Kräfte wie Werkschutzfachkräfte oder brandschutzgeschulte Mitarbeiter liegen bei etwa 40 bis 55 Euro netto. Hinzu kommen tarifliche Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden. Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen vom Bewachungskonzept ab — von der Qualifikation über das Bundesland bis zur Einsatzzeit.
Wer zum ersten Mal einen Sicherheitsdienst beauftragt, bekommt auf die Preisfrage oft nur ausweichende Antworten. Dabei lässt sie sich seriös beantworten: Die Branche kalkuliert nach Einsatzstunden, die Stundensätze folgen den Tarifverträgen der Bundesländer, und die Spannen sind bekannt. Dieser Ratgeber nennt die Zahlen offen — inklusive der Faktoren, die den Preis nach oben oder unten bewegen.
Wichtig vorab: Ein Stundensatz allein sagt wenig über Ihre Gesamtkosten aus. Ob Sie eine durchgehend besetzte Wache brauchen oder ob mobile Kontrollfahrten mit Alarmaufschaltung genügen, macht im Monat schnell einen fünfstelligen Unterschied. Deshalb rechnen wir weiter unten drei typische Szenarien durch.
Was kostet Objektschutz?
Objektschutz — also die personelle Bewachung eines Gebäudes, Geländes oder einer Anlage — kostet 2026 für Sicherheitskräfte mit Fachunterrichtung oder Sachkundeprüfung für das Bewachungsgewerbe marktüblich etwa 28 bis 42 Euro netto pro Einsatzstunde. Wo genau Ihr Angebot in dieser Spanne liegt, entscheiden vor allem die Region, die geforderte Qualifikation und die Einsatzzeiten: Nachtstunden, Sonn- und Feiertage werden durch tarifliche Zuschläge teurer als reguläre Tagstunden.
Für anspruchsvollere Aufgaben steigt der Satz. Geprüfte Werkschutzfachkräfte, Brandschutzhelfer mit Zusatzausbildung oder Kräfte für sicherheitsrelevante Sonderaufgaben kosten etwa 40 bis 55 Euro netto pro Stunde. Diese Mehrkosten sind kein Aufschlag ohne Gegenwert: Höher qualifiziertes Personal übernimmt Verantwortung, die einfache Wachkräfte nicht tragen dürfen — etwa im Werkschutz eines Industriebetriebs oder beim Umgang mit Brandmeldetechnik.
Objektschutz-Kosten im Überblick
Die folgende Übersicht fasst die marktüblichen Netto-Preisspannen 2026 für die gängigsten Sicherheitsdienstleistungen zusammen. Alle Werte verstehen sich als Richtwerte — verbindlich wird es erst mit einem Angebot, das auf Ihr Objekt und Ihr Schutzkonzept zugeschnitten ist.
- Einfacher Wach- und Objektschutz (fachunterrichtete Kraft): ca. 28–42 €/h netto, zzgl. tariflicher Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge
- Spezialisierte Kräfte (Werkschutzfachkraft, Brandschutz, NSF): ca. 40–55 €/h netto
- Empfangsdienst mit Sicherheitsaufgaben: ca. 30–45 €/h netto
- Mobile Kontrollfahrt: ca. 15–35 € je Kontrollfahrt, monatliche Pauschalen ab ca. 150–400 € je nach Frequenz
- Alarmaufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle: ca. 30–80 €/Monat, Intervention je Einsatz ca. 35–80 €
- Durchgehende 24/7-Bewachung: grob 20.000–28.000 €/Monat netto, abhängig von Bundesland und Tarif

Was kostet ein Wachdienst?
Ein stationärer Wachdienst — eine Sicherheitskraft, die dauerhaft vor Ort ist — wird nach denselben Stundensätzen kalkuliert: etwa 28 bis 42 Euro netto pro Stunde für geprüfte Kräfte mit Sachkundenachweis. Der Unterschied zu punktuellen Leistungen liegt in der Menge: Ein Monat hat rund 730 Stunden. Wer jede davon besetzt, bucht faktisch mehrere Vollzeitstellen inklusive Schichtsystem, Vertretungsreserve und Zuschlagsstunden.
Deshalb liegt eine durchgehend besetzte 24/7-Wache grob bei 20.000 bis 28.000 Euro netto im Monat — je nach Bundesland, Tarifgebiet und Qualifikationsprofil. Für viele Objekte ist das angemessen, etwa bei kritischer Infrastruktur oder hohen Warenwerten. Für viele andere ist es überdimensioniert: Eine Nachtwache an Werktagen, kombiniert mit mobilen Kontrollen am Wochenende und einer Alarmaufschaltung, erreicht oft ein vergleichbares Schutzniveau zu einem Bruchteil der Kosten.
Wachdienst-Preise: Diese Faktoren bestimmen den Stundensatz
Warum kostet dieselbe Leistung bei einem Anbieter 29 Euro und beim nächsten 41 Euro? In den meisten Fällen lassen sich die Unterschiede auf fünf Faktoren zurückführen. Wer sie kennt, kann Angebote sachlich vergleichen, statt nur auf die letzte Zeile zu schauen.
- Qualifikation: die Fachunterrichtung für das Bewachungsgewerbe ist das Minimum, Sachkundeprüfung, Werkschutzfachkraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit kosten mehr — und dürfen mehr.
- Tarifverträge der Bundesländer: Die Löhne im Wach- und Sicherheitsgewerbe sind landesbezogen tariflich geregelt; derselbe Dienst ist in Bayern anders kalkuliert als in Schleswig-Holstein.
- Einsatzzeit und Zuschläge: Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage lösen tarifliche Zuschläge aus, die der Dienstleister an Sie weitergeben muss.
- Vertragsdauer und Volumen: Langfristige Rahmenverträge mit planbaren Stunden werden günstiger kalkuliert als kurzfristige Einzeleinsätze.
- Technik-Anteil: Wächterkontrollsysteme, Videotechnik und Leitstellenanbindung erhöhen den Satz leicht — senken aber häufig die benötigten Personalstunden deutlich.
Rechenbeispiele: Nachtwache, 24/7 und mobile Kontrolle
Drei typische Szenarien zeigen, wie unterschiedlich die Monatskosten je nach Konzept ausfallen — bei jeweils solidem Schutzniveau.
Beispiel 1: Nachtwache für ein Logistiklager
Eine Sicherheitskraft von 22 bis 6 Uhr an sieben Tagen pro Woche ergibt rund 240 Stunden im Monat. Bei einem Mischsatz von etwa 34 Euro netto inklusive Nachtzuschlägen liegen die Kosten bei ungefähr 8.000 bis 9.500 Euro netto monatlich — deutlich günstiger als eine Vollbesetzung, aber genau in dem Zeitfenster präsent, in dem die meisten Einbrüche passieren.
Beispiel 2: 24/7-Dauerbewachung eines Industrieareals
Rund 730 besetzte Stunden pro Monat, dazu Zuschlagsstunden, Vertretungsreserve und Einsatzleitung: Hier landen Sie realistisch bei 20.000 bis 28.000 Euro netto im Monat. Sinnvoll ist das, wenn Werte, Betriebsabläufe oder Auflagen eine permanente Präsenz verlangen — etwa in der Industrie oder bei kritischer Infrastruktur.
Beispiel 3: Mobile Kontrolle statt Standwache
Drei dokumentierte Kontrollfahrten pro Nacht zu je etwa 15 bis 35 Euro ergeben — je nach Frequenz und Objektlage — Monatskosten von grob 150 bis 400 Euro als Pauschale, kombinierbar mit einer Alarmaufschaltung für zusätzliche 30 bis 80 Euro monatlich. Für Büroobjekte, Wohnanlagen oder kleinere Gewerbehöfe ist das oft die wirtschaftlichste Lösung; Details erklärt unsere Leistungsseite zum mobilen Kontrolldienst.

So senken Sie Ihre Sicherheitskosten — ohne Schutzlücken
Der größte Hebel ist nicht der Stundensatz, sondern die Stundenzahl. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Zeiten wirklich personell besetzt sein müssen — und welche sich durch Technik und Leitstelle abdecken lassen. Eine Alarmaufschaltung auf eine ständig besetzte Notruf- und Serviceleitstelle kostet 30 bis 80 Euro im Monat und ersetzt in vielen Objekten ganze Nachtschichten: Löst die Anlage aus, bewertet die Leitstelle die Meldung und schickt eine Interventionskraft — bezahlt wird nur der tatsächliche Einsatz.
Weitere Sparpotenziale: Bündeln Sie Leistungen bei einem Anbieter, statt Wachdienst, Technik und Aufschaltung getrennt einzukaufen. Vereinbaren Sie realistische Laufzeiten, denn Planbarkeit senkt den Satz. Und lassen Sie sich Alternativkonzepte anbieten — ein seriöser Dienstleister rechnet Ihnen Standwache und Kombination aus mobiler Kontrolle plus Aufschaltung transparent gegeneinander vor.
Vorsicht bei Dumpingpreisen: Woran Billigangebote scheitern
Stundensätze deutlich unter 28 Euro netto sollten Sie misstrauisch machen. Die Tariflöhne im Sicherheitsgewerbe, Sozialabgaben, Versicherung, Ausrüstung und Verwaltung lassen sich seriös nicht darunter abbilden. Wer trotzdem billiger anbietet, spart erfahrungsgemäß an Stellen, die Sie im Schadensfall teuer bezahlen: unterschrittene Mindestlöhne, Scheinselbstständigkeit oder Schwarzarbeit, fehlende oder zu niedrige Betriebshaftpflicht, ungeprüftes Personal ohne Eintrag im Bewacherregister.
Das Risiko liegt dabei nicht nur beim Anbieter: Als Auftraggeber haften Sie nach dem Mindestlohngesetz unter Umständen mit, wenn Ihr Dienstleister seine Kräfte nicht ordnungsgemäß bezahlt. Und im Ernstfall zählt allein, ob die Kraft vor Ort richtig handelt und der Schaden versichert ist. Prüfen Sie deshalb Zertifikate wie DIN 77200 und DIN EN ISO 9001, Versicherungsnachweise und Referenzen — und vergleichen Sie Konzepte statt nackter Stundensätze.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet ein Sicherheitsdienst pro Stunde?
Für geprüfte Sicherheitskräfte mit Sachkundenachweis liegen die marktüblichen Stundensätze 2026 bei etwa 28 bis 42 Euro netto, für spezialisierte Kräfte wie Werkschutzfachkräfte bei etwa 40 bis 55 Euro netto. Hinzu kommen tarifliche Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden. Der konkrete Satz hängt von Bundesland, Qualifikation und Einsatzkonzept ab.
Was kostet Objektschutz im Monat?
Das hängt vom Umfang ab: Eine nächtliche Standwache liegt grob bei 8.000 bis 9.500 Euro netto monatlich, eine durchgehende 24/7-Bewachung bei etwa 20.000 bis 28.000 Euro netto. Deutlich günstiger sind mobile Kontrollfahrten mit Pauschalen ab etwa 150 bis 400 Euro im Monat, kombiniert mit einer Alarmaufschaltung für circa 30 bis 80 Euro monatlich. Welche Lösung passt, ergibt sich aus einer Objektanalyse.
Warum sind Billiganbieter riskant?
Stundensätze deutlich unter Tarif sind seriös nicht kalkulierbar. Häufige Folgen sind unterschrittene Mindestlöhne, fehlender Versicherungsschutz, ungeprüftes Personal und hohe Fluktuation — im Schadensfall bleiben Sie auf dem Risiko sitzen und haften nach dem Mindestlohngesetz unter Umständen sogar mit. Achten Sie stattdessen auf Zertifizierungen wie DIN 77200, nachgewiesene Versicherungssummen und geprüfte Kräfte im Bewacherregister.
